Wie meine Liebe zu den Kräutern entstanden ist.

 

Ich bin als vierte von sieben Töchtern eines Bauern in Villach (Kärnten) geboren.

Die dritte Tochter ist meine Zwillingsschwester und genau eine halbe Stunde älter als ich. Natürlich gab es da außer meinen Schwestern und meinen Eltern noch die Großeltern väterlicherseits, die auch auf dem Hof lebten.

 

Wie es in einer Großfamilie so Gewohnheit ist, wird sich gegenseitig geholfen, sei es im Haushalt, in der Landwirtschaft, bei der Kindererziehung, oder wenn wir Kinder krank waren. Bei uns war ja meistens nicht nur eine krank, sondern zwei oder drei.

Je nach Übertragbarkeit oder Virus, der gerade grassierte.

Natürlich hatte unsere Mama, die ja auch auf einen Bauernhof, seltsamerweise auch mit sechs Geschwistern aufgewachsen war, von ihrer Mutter her auch ein großes Wissen über Hausmittel und Kräuter

Vorsorge für alle möglichen Krankheiten …. hatten die Omas parat.

Und alle Ratschläge waren zig-fach erprobt.

Ich war am liebsten mit meiner Oma väterlicherseits zusammen. Sie war auch nicht so gern im Haushalt, überließ von Zeit zu Zeit und später immer mehr der Mama das Ruder im Haus. Sie war lieber auf den Äckern und Wiesen tätig.

Schon allein die Ausdauer beim Runkel hauen oder Erdäpfel jäten bewunderte ich.

Ich durfte ihr die Verpflegung bringen.

Wenn zu Mittag gegessen wurde, wusste sie, denn das sagte ihr der Magen, der bis dahin schon gut hörbar knurrte.

Und ich löcherte sie daneben mit Fragen, die mir schon unter der Zunge brannten.

Es war einfach interessant, Omas Ausführungen zu lauschen.

Sie wusste so viel.

Ja, sie barg einen großen Schatz, den sie mir so dann und wann mitteilte.

 

Ich saugte alle Informationen von meiner Oma, Mutter,

und meinen über alles geliebten Papa auf

der natürlich auch viel wusste und auch so tolle Bauernregeln auf Lager hatte, nur so auf. Schon damals begann ich mit den ersten Notizen über die gängigsten Kräuter.

Ich kannte nur Schnittlauch, Petersilie und Dille, das im Garten wucherte.

Schon bald wurde mein Horizont erweitert.

 

Bei der Berufswahl entsann ich mich meiner Interessen für Blumen, Kräuter und Pflanzen. Mein Lehrherr merkte sofort, dass aus mir noch eine tolle Gärtnerin werden könnte, was sich nach meiner Lehre mit dem erfolgreichen Abschluss herausstellte.

Einige Arbeitsstellen bereicherten mein Wissen über Pflanzen, Schnittblumen, und Floristik. Bis ich dann schließlich das Geschäft, wo ich schon zehn Jahre gearbeitet habe,

übernahm und recht erfolgreich weiterführte.

Es entwickelte sich aber eine Blütenpollen- und Duftstoffallergie

und ich musste mein Geschäft aufgeben.

Ich wollte mich aber immer noch weiterbilden und so begann ich mich intensiver über Kräuter, deren Kultivierung und deren Verwendung zu interessieren. Da ich inzwischen auf dem Bauernhof meines Vaters, der mittlerweile verstorben war, mit meiner Familie lebte, ergab sich die Gelegenheit, all diese Kräuter zu kultivieren,

und auch einen Kräuterladen zu beschicken

Überall um das Haus blühte und gedieh etwas, das dann auch noch recht gut roch und viele Schmetterlinge und andere nützliche Insekten anzog.

Und noch einmal kam eine totale Wende in mein Leben.

Ich zog um nach Niederösterreich, wo ich seit zehn Jahren glücklich und zufrieden lebe.

In den Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern bei Langenlois wurde die weltgrößte Kräuterspirale errichtet, und Reinhard Kittenberger kann gut abschätzen, wie viel mein Kräuterwissen wert ist, und es auch versteht, mich zum Preisgeben dessen zu motivieren. – Das ich gerne an alle Kräuterinteressierten weitergebe.

Mein Ziel ist es, den Menschen den Zugang zu Kräutern wieder schmackhaft zu machen.

Holen wir diese Alleskönner der Natur vor den Vorhang !

Wie heißt es :

Für jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen.

 

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© Hildegard Wutte Kräuterhexe Hilde